Neues Urteil zur DSGVO: Einwilligungspflicht bei Cookies

Seit einigen Monaten fragten sich viele Webseitenbetreiber, ob es für die Verwendung von Cookies ein Opt-In sein muss oder ob auch ein einfaches Opt-Out reicht. Aus Marketingsicht entschieden sich wohl die meisten für das Cookie Opt-Out.

Seit gestern steht nun aber fest: Das reicht nicht! Es muss ein Cookie Opt-In sein, hat der Europäische Gerichtshof entschieden (zur Pressemitteilung) , noch bevor Cookies eingesetzt werden. Bedeutet: Solange Deine Nutzer nicht mit der Nutzung von Cookies einverstanden sind, dürfen auch keine gesetzt werden.

Jetzt aber mal langsam, kommen wir zunächst nochmal zu den Begrifflichkeiten, falls diese Dir nichts sagen: Keine Panik!

Du möchtest nicht lange um den heißen Brei reden und einfach nur wissen, was Du tun kannst? dann überspringe den Rest einfach >> direkt zur Anleitung

 

Was sind überhaupt Cookies?

Kommen wir ersteinmal zu den Cookies an sich. Denn zunächst sollte klar sein, worum es überhaupt geht. Sobald Du eine Webseite im Internet besuchst, werden fast immer Cookies auf Deinem Computer gespeichert. Cookies sind dazu da, um Informationen über Dich und Dein Verhalten zu speichern. Aber keine Sorge, denn in der Regel speichern Cookies sehr allgemeine Informationen, wie zum Beispiel Deine Spracheinstellung oder Dein Verhalten auf einer bestimmten Seite. Wo hast Du geklickt, auf welchen Seiten warst Du, über welche Seite bist Du auf die entsprechende Seite gekommen etc.

Ein Cookie kann auch persönlichere Daten, wie Deine Adresse oder Deine E-Mail Adresse abspeichern. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Du selbst genau diese Daten bereitstellst. Wenn Du auf der entsprechenden Seite auf der Du bist keine Daten eingibst, können sie auch nicht gespeichert werden. Und die Cookies greifen nicht auf andere Webseiten zu oder auf Deinen Computer! Sie speichern lediglich die Daten, die Du beim Besuch dieser einen Webseite hinterlässt.

 

Warum sollte ich Cookies auf meiner Webseite einsetzen?

Letztlich liegt es in Deinem Ermessen, ob Du Cookies einsetzen möchtest oder nicht. Ich persönlich setze Cookies ein und sobald ich mit Kunden zusammenarbeite, kommen in der Regel immer Cookies zum Einsatz. Wenn Deine Webseite nur als Visitenkarte dient, Du keine Werbung schaltest und auch sonst nicht das Verhalten Deiner Besucher analysierst, dann brauchst Du keine Cookies. Aber mal ehrlich, wenn Du all das nicht tust und noch nicht mehr als genug Wunschkunden hast, dann solltest Du in Erwägung ziehen, etwas zu ändern!

Ohne den Einsatz von Cookies können wir weder feststellen, wo unsere Besucher herkommen (Trafficquelle), noch auf welcher Seite sie ausgestiegen sind, noch können wir bei unseren Werbemaßnahmen die Zielgruppe vernünftig targetieren.

 

Beispiel 1 – Google Analytics

Nehmen wir einmal an, Du hast einen Online-Shop und Deine Umsätze sind noch nicht optimal. Woran das liegt weißt Du nicht, denn Du hast monatlich mehrere Tausend Besucher, doch nur ein sehr geringer Anteil dieser Besucher bestellt letztlich bei Dir. Jetzt kommt Google Analytics ins Spiel. Google Analytics setzt einen Cookie, sobald Dein Bescuher auf Deine Webseite kommt und guckt, wie dieser sich verhält. Du kannst nun bei Google Analytics schauen, auf welcher Seite Deine Besucher abbrechen. Du stellst fest, dass Deine Besucher tatsächlich bis zum Checkout kommen, dann aber abbrechen. Jetzt können wir die Ursache für Deine unzureichenden Umsätze schon eingrenzen: Es liegt vermutlich unter anderem am Checkout. Das kann an den Versandkosten, an den Bezahlarten oder auch an der Abfrage von zu viel Daten liegen. Nur um einige Beispielse zu nennen.

 

Beispiel 2 – Facebook Pixel

Kommen wir zu unserem zweiten Beispiel: Facebook Pixel. Wenn Du Facebook Ads schaltest (Facebook und/ oder Instagram Werbeanzeigen), dann solltest Du in jedem Fall den Facebook Pixel nutzen, da Du ansonsten Schwierigkeiten haben wirst, genau zu targetieren. Was der Facebook Pixel macht? Er registriert nicht nur, wenn jemand auf den Link Deiner Werbeanzeige geklickt hat, sondern registriert auch, was danach passiert. Kommt er bis zur Dankeseite, bis zum Checkout, erreicht er das Ziel? Nehmen wir an, Du bietest ein kostenloses Webinar an. Dieses Webinar bewirbst Du. Du möchtest jedoch vermeiden, dass die Werbung an diejenigen ausgespielt wird, die bereits angemeldet sind (schließlich wollen wir kein Geld verbrennen und auch nicht nerven). Und weil Du auf Conversions gehst, willst Du natürlich auch wissen, wieviele sich letztlich angemeldet haben (wieviele also bis zur Dankeseite gekommen sind). Diese Aufgabe erfüllt der Facebook Pixel. Er registriert, ob jemand bis zur Dankeseite gekommen ist oder eben nicht. Bei den richtigen Einstellungen verhinderst Du so, mehrfach an falscher Stelle zu werben.

Eine weitere tolle Funktion ist das Retargeting, bei denen Du potenzielle Kunden “zurückholst”. Bleiben wir nochmal bei dem Beispiel mit dem Webinar. Jemand ist bis zu der Anmeldeseite gekommen, zögert nun und bricht ab (gelangt demnach nicht bis zur Dankeseite). Der Facebook Pixel registriert das und Du kannst eine spezielle Werbung auspielen nur für diejenigen, die auf der Anmeldeseite abgebrochen haben á la “Hast Du nicht etwas vergessen?”.

 

Cookie Opt-In oder Opt-Out?!

Kommen wir nun zum eigentlichen Thema. Gehen wir davon aus, Du setzt Cookies ein. Seit Eintritt der DSGVO im Mai 2018 war nicht ganz klar, ob es reicht, ein Hinweis darauf zu geben, dass die Webseite Cookies einsetzt. Jetzt ist aber klar, dass das nicht genügt und ein Opt-In genutzt werden muss. Das bedeutet: Jemand kommt auf Deine Seite und die Cookies müssen alle deaktiviert sein. Jetzt kann ein Fenster aufploppen und der Nutzer kann sich entscheiden: Möchte ich Cookies zulassen oder nicht? Wenn er das nicht möchte, dürfen auch keine aktiviert werden. Willigt er ein, läuft alles wie bislang weiter.

 

Welche Cookies nutzt meine Webseite?

Du weißt nicht genau, ob und welche Cookies Deine Webseite nutzt? Dann gibt es verschiedene Möglichkeiten, genau das heruaszufinden. Am einfachsten ist es wohl, wenn Du Dir für Google Chrome die kostenlose Erweiterung “Ghostery” herunterlädst bzw. aktivierst. Hier siehst Du sofort, welche Webseite welche Cookies und Tracker nutzt und kannst so auch Deine eigene Webseite überprüfen.